Der Kanton Bern ist in Sachen erneuerbare Energie Vorreiter: Die Gemeinde Innertkirchen gehört zu den Gemeinden in der Schweiz, die am meisten erneuerbare Energie (das Wasser!) produzieren. Die Gemeinde Guttannen weist einen der höchsten Werte für die Produktion von erneuerbarer Energie pro Kopf aus. Die Gemeinden Villeret, Courtelary und Saint-Imier produzieren am meisten Windkraft schweizweit.

Die Energiewende ist damit aber noch nicht geschafft. Die Kernenergie liefert nach wie vor gut 10 Prozent der Leistung im Schweizer Kraftwerkspark. Und die ganze Volkswirtschaft ist immer noch heftig von Öl und nicht-erneuerbarer Energie abhängig.

Wir brauchen die Energiewende nicht nur, um vom AKW wegzukommen, sondern vor allem, um von den Erdölbrenn- und Treibstoffen wegzukommen. Denn alleine diese beiden Kategorien machen gut 45 Prozent des Endverbrauchs von Energieträgern aus (siehe Schweizerische Gesamtenergiestatistik, Seite 4, Abbildung 2).

Daraus folgen drei zentrale Forderungen für die Energiewende:

  1. Mehr Schweizer Strom durch den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energielieferanten: Bern ist heute schon stark in Wasser- und Windkraft. Dieses Momentum darf genutzt werden. Die kantonalen Bewilligungsverfahren sollen beschleunigt und die bestehenden Wasserkraftwerke wo immer sinnvoll modernisiert werden.
  2. Systematisches Ablösen der fossilen Brenn- und Treibstoffe durch erneuerbare Energiequellen: Es braucht hier echte Strukturentwicklung für Wärmepumpen statt Ölheizungen, Elektromobilität und die dafür notwendige Infrastruktur. Und zwar im ganzen Kanton Bern.
  3. Regionale und dezentrale Energieproduktion stärken und die Energiewende lokal verankern: Die Energieproduktion kann durch die neue Technologie dezentral erfolgen. Das stärkt gerade Gemeinden in der Peripherie und schafft Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ganzen Kanton Bern.