Der Wahlkreis Bern Mittelland Nord ist ein zentraler Wirtschaftsraum des Kantons Bern und Teil eines der wichtigsten Arbeitsmarktgebiete der Schweiz. Heute bestehen hier über 40’000 Arbeitsplätze, verteilt auf Industrie, Dienstleistungen, Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen. Gemeinden wie Ittigen, Zollikofen, Ostermundigen oder Münchenbuchsee profitieren von ihrer Nähe zur Stadt Bern und bilden gemeinsam einen eng zusammenhängenden und dynamischen Arbeits-, Wohn- und Lebensraum.
Gleichzeitig steht die Region vor grossen Veränderungen: Der Fachkräftemangel trifft Pflege, Bildung, Bau und technische Berufe besonders stark. Die Nachfrage nach Gewerbeflächen steigt, während viele Betriebe auf gut erschlossene Standorte und verlässliche Mobilität angewiesen sind. Und die Bevölkerung wächst weiter — bis 2040 um rund 20’000 Personen. Damit die Region wirtschaftlich stark bleibt, braucht es gezielte Weiterentwicklung.
Daraus folgen vier zentrale Forderungen für eine zukunftsfähige Wirtschaftsstruktur:
- Gewerbe- und Arbeitsstandorte sichern und gezielt weiterentwickeln: Der Wahlkreis benötigt genügend gut erschlossene Gewerbeflächen, damit lokale Betriebe wachsen können. Bestehende Areale — etwa in Ostermundigen, Ittigen oder Zollikofen — sollen modernisiert und effizienter genutzt werden. Verdichtung statt Verdrängung stärkt das lokale Gewerbe, schafft neue Arbeitsplätze und sorgt für den Schutz des Kulturlandes.
- Fachkräfte sichern und Ausbildung stärken: In Pflege, Bildung, Bau und technischen Berufen fehlen heute schon Fachkräfte. In der Region sollen die Ausbildungsangebote ausgebaut, Weiterbildungen gefördern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden. Die Integration von älteren Erwerbstätigen und Wiedereinsteiger:innen ist ebenfalls zu unterstützen.
- Innovation und Digitalisierung vorantreiben: Die Unternehmen im Wahlkreis können von der Nähe zu Hochschulen und der Bundesverwaltung profitieren. Diese Stärke muss genutzt werden: durch Unterstützung von Start-ups, den Ausbau digitaler Infrastruktur (zum Beispiel Glasfaster), Kooperationen zwischen Gemeinden und Betrieben. So können die Stärken der Region genutzt werden – für eine bessere Welt.
- Integration mitdenken: Wirtschaftlicher Erfolg setzt bezahlbaren Wohnraum, gute Bildungs- und Betreuungsangebote sowie soziale und kulturelle Treffpunkte voraus. Das Bevölkerungswachstum verlangt hier eine aktive Rolle der ganzen Gesellschaft. Damit die Region für Familien, ältere Menschen und zuziehende Fachkräfte (aus der ganzen Schweiz und dem Ausland) attraktiv ist und bleibt.