Der Wahlkreis Bern Mittelland Nord profitiert von einer starken Wissens‑ und Forschungslandschaft: In unmittelbarer Nähe befinden sich die Universität Bern, die Berner Fachhochschule, mehrere Bundesämter sowie spezialisierte Innovationszentren wie sitem‑insel, CSEM oder der Switzerland Innovation Park Biel/Bienne. Zusammen mit zahlreichen technologieorientierten Unternehmen bildet der Raum Bern‑Mittelland ein wachsendes Innovationsökosystem. Die Region zählt heute über zehntausend Beschäftigte in ICT‑ und digitalnahen Tätigkeiten und gehört in wissensintensiven Dienstleistungen zu den dynamischeren Wirtschaftsregionen der Schweiz. Jährlich entstehen mehrere hundert neue Unternehmen, viele davon in wissensintensiven Branchen.

Trotz dieser guten Ausgangslage bleibt das Innovationspotenzial nicht ausgeschöpft. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben oft zu wenig Zugang zu Forschungskooperationen, digitale Infrastruktur ist regional unterschiedlich ausgebaut, und die Verfügbarkeit von Fachkräften ist ein Engpass. Zudem stehen Gemeinden vor der Aufgabe, Gewerbeflächen und Areale so zu entwickeln, dass innovative Unternehmen genügend Raum für Produktion, Labor und Büro finden. Damit der Wahlkreis seine Stärken nutzen kann, braucht es eine Innovationspolitik, die lokale Betriebe stärkt und neue Impulse setzt.

Daraus folgen drei zentrale Forderungen für eine innovative Region:

  1. Innovationsstandorte stärken und neue Räume schaffen: Im Wahlkreis braucht es gut erschlossene Standorte für technologieorientierte Unternehmen. Bestehende Areale in Ostermundigen, Ittigen oder Zollikofen sollen gezielt weiterentwickelt werden. Diese sind gut mit dem ÖV erreichbar und nah an den zentralen Verkehrsachsen der Schweiz.
  2. Kooperationen zwischen Wirtschaft, Forschung und Verwaltung ausbauen: KMU sollen leichter Zugang zu Hochschulen, Fachhochschulen und Innovationsprogrammen erhalten – etwa über regionale Innovationsplattformen. Gemeinsame Projekte in Bereichen wie Energie, Mobilität, Gesundheit oder Digitalisierung sowie Kreislaufwirtschaft stärken die regionale Wertschöpfung und beschleunigen Innovation im Wahlkreis.
  3. Digitale Infrastruktur und Fachkräfte sichern: Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für Innovation. Gemeinden und der Kanton müssen Glasfaser- und 5G‑Ausbau vorantreiben und gleichzeitig in Bildung, Weiterbildung und Fachkräfteentwicklung investieren. Nur so bleibt der Wahlkreis attraktiv für Unternehmen und Talente.
  4. Gründungsökosystem stärken: Damit aus guten Ideen wachsende Unternehmen werden können, muss das bestehende Gründungsökosystem gestärkt werden. Dazu gehört die Stärkung von Coaching-, Inkubator- und Frühphasenfinanzeirung für technologiebasierte Unternehmen. Dazu gehört auch, dass Markteintrittsbarrieren wo immer möglich gesenkt und Wettbewerb ermöglicht wird.