Der Wahlkreis Bern Mittelland Nord gehört zu den stärksten Pendelregionen des Kantons. Täglich pendeln rund 120’000 Personen in und aus der Stadt Bern. Die S‑Bahn Bern zählt über 200’000 Fahrgäste pro Tag und gehört damit zu den meistgenutzten Netzen der Schweiz. Gemeinden wie Zollikofen, Ittigen, Ostermundigen oder Münchenbuchsee sind stark belastet – auf Strassen wie der A6 oder den Hauptachsen entstehen regelmässig Staus (hier gibts noch mehr Statistiken dazu).
Gleichzeitig wächst der Veloverkehr im Raum Bern seit Jahren deutlich, doch viele Gemeinden verfügen noch immer über unvollständige oder unsichere Velorouten. Und der Wahlkreis wächst weiter: Bis 2040 wird ein Bevölkerungszuwachs erwartet, der die bestehenden Engpässe zusätzlich verstärkt.
Daraus folgen vier zentrale Forderungen für eine zukunftsfähige Mobilität:
- ÖV-Kapazitäten besser nutzen und Anschlüsse verbessern: Die S‑Bahn-Linien S3, S8 und S9 sind zu Spitzenzeiten überlastet. Es braucht einerseits dichtere Takte und andererseits flexiblere Modelle, um die Spitzen zu brechen.
- Sichere und durchgehende Veloinfrastruktur schaffen: Über 40 % der Pendeldistanzen im Wahlkreis liegen unter 5 km — ideal fürs Velo. Fehlende Lückenschlüsse, unklare Verkehrsführung und gefährliche Kreuzungen erschweren den Umstieg aufs Velo. Ein zusammenhängendes Velonetz entlastet Strassen und ÖV und reduziert Emissionen.
- Verkehr in den Quartieren beruhigen und die Lebensqualität stärken: Durchgangsverkehr belastet Quartiere in Gemeinden wie Zollikofen, Ittigen oder Ostermundigen. Verkehrsberuhigung, sichere Schulwege und gute Fusswege erhöhen die Lebensqualität und machen die Gemeinden attraktiver für Familien und Gewerbe.
- Mobilität ganzheitlich denken: Mobility Hubs an Bahnhöfen (Velo, E-Car-Sharing, P+R am Rand von Zentren) und integrierte Tickets können die Peripherie einbinden und so die Zentren entlasten ohne die Anschlüsse zu gefährden.