Das Schwein und der Mensch sind sich ähnlicher, als man gemeinhin denkt. Denn sowohl Schweine wie auch Menschen sind sogenannte Omnivoren, sie sind Gemischtköstler, die sich sowohl von pflanzlichen wie auch von tierischen Produkten ernähren können. Dabei hat das Schwein dem Menschen aber etwas voraus: einen legendär robusten Magen.

So war und ist das Schwein der Resteverwerter schlechthin. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war es üblich, dass jeder Landwirt ein oder zwei Schweine hielt um Nahrungsmittelresten zu veredeln und daraus noch etwas feines zu machen: Schweinekotteletts und Schinken zum Beispiel. Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft trat dieser Kreislauf zusehends in den Hintergrund, auch die Schweinehaltung wurde intensiviert und von der klassischen Kreislaufwirtschaft entkoppelt. Allerdings gibt es Ausnahmen, wie jene auf der Alp in Peist GR.

Dort werden knapp hundert Kühe zweimal täglich gemolken und die Milch zu Alpkäse verarbeitet. Was übrig bleibt ist Schotte (auch Molke oder Sirte genannt), ein Milchzucker- und Mineralstoffreicher Kuhmilchrest, der nicht in jedem Fall weiter verarbeitet und verkauft werden kann. Weil gerade auf der Alp die Herstellung von Molkedrinks bisher nicht sinnvoll war, wird die Schotte an rund 60 Alpschweine verfüttert. So wird aus der Kuhmilch nicht nur Alpkäse sondern auch noch leckeres Schweinefleisch.

 

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